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======= entnommen aus der Online-Ausgabe der SWP bzw. des Albboten vom 19.11.2011 Heike Feuchter ========= Die Leichtigkeit über den WolkenMünsingen. Die Faszination des Fliegens präsentierte Uli Schwenk in der Berufsschule. Die Veranstaltung des Fördervereins stieß auf großes Interesse und brachte interessante Fakten der Fliegerei zutage. Segelfliegen ist eine globale und in unseren Breiten lokale Sportart, die dem Publikum leider aufgrund der zurückgelegten Entfernungen schwer zugänglich ist. Das Fliegen aus Sicht des Piloten stellte Segelflug-Vizeweltmeister Uli Schwenk mit Bildern, Kurzfilmen und lebhaften Erklärungen so eingängig und anschaulich vor, dass wohl mancher Besucher künftig den Himmel über der Alb mit anderen Augen betrachten wird. Ruhe, Beschaulichkeit, technikunterstütztes Dahingleiten - das sind Attribute, die der Laie gemeinhin mit dem Segelfliegen verbindet. Dass die Faszination des Fliegens jedoch auch mit einer genauen Beobachtungsgabe, mit Intuition und Sensibilität einhergeht, machte Uli Schwenk einprägsam bewusst. Neben Grundinformationen zu Flugablauf, Gleitverhalten und Thermik stellte er die Schwäbische Alb als Fliegereldorado vor, als Gebiet mit idealen Bedingungen. Die Suche nach dem Aufwind sei verknüpft mit einem Gespür für Wetterfronten und Wolkenformationen und einem guten Blick für die Bodenbeschaffenheit: Verschiedene Grünflächen, Täler, Wälder, bebaute Flächen oder Felsformationen - alles wirke sich auf die Thermik aus, was dem erfolgreichen Flieger nicht entgehen darf, wusste Schwenk. Wachsamkeit, Beobachtungsgabe und fundierte Naturkenntnisse müsse der gute Pilot haben und analytisch in den Flug einbringen: Den Blick für Windrichtungen - auch anhand der Windkraftanlagen-, den Grad der Bodenbeschaffenheit aufgrund der Traktorspuren im Grün, die Abschätzung der Thermik durch das Mitfliegen futtersuchender Schwalben, das Erkennen von Energie in Reinform an blauen Himmelslöchern . . . "Wer nicht bodenständig ist, wird nie ein guter Flieger, bei allen Beobachtungen am Himmel gehört der Boden stets dazu" erläuterte Schwenk, "und dieses Prinzip gilt auf der ganzen Welt". Beobachten, suchen, planen, taktieren und dabei die richtige Balance aus technischem Wissen und Bauchgefühl einbringen - bleibt da noch Zeit für Entspannung und Genuss? Aber auch davon wusste der Weltpilot zu berichten und geriet dabei ins Schwärmen, erzählte von dem unvergleichlichen Gefühl, in Wolken zu fassen, vom Hochgefühl des Dahingleitens mit angezapften Naturenergie, vom Erleben aller Sinne und der Intensivierung von Gerüchen und Geräuschen in großen Höhen. Bilder von Traumausblicken, Wetterphänomenen und globalen Ansichten zeigten die Welt aus Cockpitansicht, witzige und humorige Anekdoten berichteten von der Leichtigkeit über den Wolken. Den Gran Prix in Chile brachte Schwenk nahe und erzählte vom Fliegen mit Sauerstoff in 4000 Höhenmetern, von Flugsimulationen, vom Ambiente im Camp und dem Verhältnis der Piloten untereinander: "Beim Fliegen zählen andere Werte. Kameradschaft mit Respekt und Rücksichtnahme trotz Wettbewerb macht die Fliegerei zu einem einmaligen Erlebnis - es ist eine Ehre, dabeisein zu dürfen." Auch das Miterleben von technischen Entwicklungen, das Ausprobieren und Hinaustragen in die Welt sei für einen "Alborigine" eine Faszination. Trotz aller Entwicklung sei Ehrlichkeit sich selbst gegenüber, das Einschätzen der Tagesform die wichtigste Errungenschaft eines Piloten: "Bei einer Geschwindigkeit von 180 km/h am Berghang entlang bleibt nicht viel Spielraum."
Uli Schwenk hat in der Berufsschule von der faszinierenden Welt der Fliegerei erzählt. Foto: Heike Feuchter
======= entnommen aus der Online-Ausgabe der SWP bzw. des Albboten vom 19.11.2011 Heike Feuchter ========= |
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